Inklusion – Nur ein Modewort?

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Warum „Inklusion“ am Arbeitsmarkt oft nur ein leeres Versprechen bleibt

Man hört es an jeder Ecke: „Inklusion“, „Teilhabe“, „Fachkräftemangel“. Unser Bundeskanzler fordert die Bevölkerung auf, mehr zu arbeiten, länger zu arbeiten, Vollzeit zu arbeiten. Doch wenn ich mich am Montagmorgen an den Schreibtisch setze und meine Bewerbungen schreibe, frage ich mich: In welcher Realität leben diese Politiker eigentlich?

Ich bin gelernter Bauzeichner. Ich beherrsche CAD, bin fit in MS Office, Excel und Word. Ich habe ein Auge für Architektur, bin technisch versiert und löse Probleme gerne proaktiv. Ich will arbeiten. Ich will Vollzeit arbeiten. Aber die Realität, die mir begegnet, hat mit den Sonntagsreden in Berlin wenig zu tun.

Der Mythos der Vollzeitstelle

Die Politik fordert mehr Einsatz, doch der Arbeitsmarkt scheint für Menschen wie mich kaum Vollzeitstellen herzugeben. Entweder sind es prekäre Teilzeitjobs oder Minijobs, die kaum zum Leben reichen. Und sobald das Thema „Behinderung“ zur Sprache kommt, sinkt die Temperatur im Raum (oder im digitalen Postfach) merklich ab.

Trotz meiner Qualifikationen und meiner Bereitschaft, mich weiterzuentwickeln, scheint die Hürde unüberwindbar. Es wird viel über Barrierefreiheit geredet, aber die größte Barriere ist oft das Brett vor den Köpfen der Personalverantwortlichen.

Enttäuschung bei den „Förderern“

Besonders bitter ist es, wenn man sich an Organisationen wendet, die sich die Unterstützung von Menschen mit Behinderung eigentlich auf die Fahne geschrieben haben. Ich habe mich bei der OBA Augsburg (Diözese Augsburg) beworben. Man sollte meinen, dort stünden die „gute Tat“ und die Förderung der Inklusion an erster Stelle.

Doch meine Erfahrung war eine andere: Auch dort scheint am Ende des Tages das Geld wichtiger zu sein als der Mensch und seine Fähigkeiten. Wenn selbst kirchliche oder soziale Träger, die eine Vorbildfunktion haben sollten, eher auf die Bilanz als auf die echte Inklusion schauen, wer soll es dann tun?

Meine Stärken sind meine Visitenkarte

Ich suche nicht nach Mitleid, ich suche nach einer Aufgabe. Ich bin bereit für einen Quereinstieg als Teamassistent, in die Buchhaltung oder in andere administrative Bereiche.

Was ich mitbringe:

  • Präzision: Als Bauzeichner und CAD-Spezialist ist Genauigkeit mein zweiter Vorname.
  • Technisches Know-how: Ich erstelle Funktionsteile in CAD und drucke sie mit meinem 3D-Drucker – ich verstehe, wie Dinge funktionieren.
  • Organisation: Ich mag es, Struktur in Daten zu bringen (Excel, Outlook, Word).
  • Lösungsorientierung: Ich finde Wege, wo andere Probleme sehen – egal ob technisch oder im Büroalltag.

Ein Appell an die Entscheider

Hört auf, über Inklusion zu reden, und fangt an, sie umzusetzen. Gebt uns die Chancen, nach denen ihr in euren Reden verlangt. Ein Mensch mit Behinderung ist keine Belastung für das Budget, sondern eine Bereicherung für jedes Team, das Loyalität, Fachwissen und eine Kämpfernatur zu schätzen weiß.

Ich stehe bereit. Wer gibt mir die Chance, zu beweisen, was in mir steckt?

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